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Stand: 05.01.2022

Pressemitteilung

Weniger ist besser – Aktionswoche Alkohol

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Alkohol ist keine Zutat, die es in einem leckeren Cocktail braucht. Das beweisen an diesem Tag die Mitarbeiter und Helfer des Caritas-Zentrum Saarpfalz auf dem Christian-Weber- Platz im Herzen Homburgs. Bei perfektem Cocktail-Wetter - Sonne, blauer Himmel sorgen für Sommer-Feeling - greifen sie zu Mix-Becher, crushed Ice und leckeren fruchtigen Zutaten, um zu beweisen, dass weniger oder gar kein Alkohol besser sind und Getränke trotzdem super schmecken. "Weniger ist besser", ist das Motto der Aktionswoche "Alkohol". Mit dem Stand im Zentrum Homburgs, beteiligt sich das Caritas-Zentrum an der bundesweiten Aktion, die auf die Risiken des Alkoholkonsums hinweist. 

Drei Drinks sind im Angebot: Pina Colada, Sex on the Beach, beide ebenso alkoholfrei wie der Ipanema, die alkoholfreie Variante des Caipirinha. "Wir haben 150 Cocktails gemixt und rausgegeben", freut sich Andreas Heinz, Leiter des Caritas-Zentrum Saarpfalz. Gerade ist am Stand wieder richtig viel los. Schule ist aus und alkoholfreie Mix-Getränke sind auch für Jugendliche geeignet. "Schmeckt echt richtig gut". "Den musst du auch mal probieren". Was die Mitarbeiter mixen kommt an. Es sieht gut aus, ist eine perfekte kühle Erfrischung an diesem Frühsommertag. 

Die Idee alkoholfreie Mix-Getränke anzubieten, hatte Mitarbeiterin Charlotte Schurig, die im Caritas-Zentrum in der Suchtberatung tätig ist. 

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"Ich mag es selbst, wenn ich auf einem Fest bin, ein Glas in der Hand zu haben. Gut 80 Prozent aller Cocktails sind allerdings mit Alkohol. Aber es muss eben kein Alkohol sein", sagt Schurig. Nachdem die Corona-Beschränkungen nun wieder fallen, wieder gemeinsam gefeiert wird und es wieder verstärkt Festangebote gibt, bei denen die Menschen zusammenstehen, ein Getränk in der Hand haben, "wollten wir zeigen, dass es auch ohne Alkohol geht", ergänzt sie. Der Zeitpunkt für diese Aktion sei also ideal. 

Das Motto "Weniger ist besser", sei perfekt, unterstreicht sie. Ihre Idee kam gut an bei beim Leiter der Einrichtung, bei den Kollegen. Machen wir, waren die sich schnell einig, dass sich das Homburger Caritas-Zentrum mit dem alkoholfreien Cocktail-Stand an der bundesweiten Aktionswoche Alkohol beteiligt. 
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen ruft diese Aktionswoche bundesweit aus. Zum achten Mal hat sie es getan und bundesweit machen im Rahmen dieser Aktionswoche Fachleute und Freiwillige aus der Suchthilfe, Suchtprävention und Sucht-Selbsthilfe mit vielfältigen und kreativen Veranstaltungen auf die Risiken, die mit Alkoholkonsums verbunden sind, aufmerksam. 

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Warum Cocktails mixen? "Weil wir wissen, dass alles was verboten ist, für viele einen besonderen Reiz hat. Deshalb wollten wir nicht mit verbieten kommen, sondern positiv zeigen, dass ein Leben ohne Alkoholkonsum nichts mit Verzicht zu tun hat, sind sich Heinz, sein Stellvertreter Matthias Schappert, Schurig und ihre Kolleginnen einig. Diese Erfahrung bestätigt auch Christina Deckarm von der Selbsthilfegruppe Kreuzbund. Die Selbsthilfegruppe ist gemeinsam mit dem Caritas-Zentrum auf dem Christian-Weber-Platz aktiv. Denn mit den Menschen, die alkoholfreien Drink auf dem Platz genießen, lässt sich gut ins Gespräch kommen. "In einer völlig ungezwungenen, unbelasteten Umgebung", sagt Heinz. Dem Caritas-Zentrum - saarlandweit beteiligt sich die Caritas mit mehreren Aktionen an der Aktionswoche - ist es wichtig Menschen zu treffen und die Chance zu nutzen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, auch zu informieren. Durch eingestreute Fragen, wie die, wieviel Menschen in Deutschland wohl ein Problem mit Alkohol haben. Wer 20.000 schätzt, wird sich wundern. Die Millionengrenze wird deutlich überschritten. Welche Folgen Alkoholkonsum auf den Hormonhaushalt hat, und wieviel Kalorien in alkoholischen Getränken stecken ist auch vielen nicht bewusst. Alkoholfrei genießen und so nebenbei erfahren, welche negativen Folgen Alkoholkonsum, vor allem ein viel zu hoher Alkoholkonsum haben können - die Mischung, die die Aktion des Caritas-Zentrums mit sich bringt, kommt bei den Menschen an. Immer wieder bleiben Interessierte stehen, sind zunächst mal er-staunt und freuen sich dann über Getränk und Gespräch. Das multi-kulturell angeboten wird. 

Für die Mitarbeiter aus der Einrichtung und die freiwilligen Helfer ist die Aktion eine sehr positive Erfahrung. Es kommen auch Klienten vorbei, die das Angebot der Caritas bereits in Anspruch nehmen, die nun auch mal außerhalb der gewohnten Beratung in ungezwungener Atmosphäre positive Momente erleben. Es sind Menschen, denen die Sucht in ihrem Leben Probleme bereitet hat, die daran arbeiten, diese Probleme zu beseitigen, sie zumindest minimieren möchten. Diese Probleme, auch beim Alkoholkonsum, können schon im frühen Alter anfangen, wissen die Mitarbeiter aus ihrer täglichen Arbeit mit teils sehr jungen Klienten. Betroffen können schon Kinder sein, die in einer Familie aufwachsen, in der ein oder mehrere Familienmitglieder Suchtprobleme haben. Corona, so die Erfahrung der Mitarbeiter, hat die Probleme mit der Sucht, auch mit der Alkoholsucht verschärft. Bei manchem wurde aus einem Vorglühen, dem Trinken bevor man irgendwo hingeht, zum Beispiel ein Dauerglühen.

"Es ist deshalb sehr wichtig in die Prävention zu investieren", unterstreicht Andreas Heinz. Wichtig sei anzuerkennen, dass es Suchtprobleme gebe, dass es aber auch Hilfsangebote für Menschen mit einem Suchtproblem gibt. 
Es sei auch wichtig, dass Menschen mit einem Suchtproblem erkennen, "dass die Krankheit nie aufhört. Dass man immer etwas tun muss, immer etwas tun sollte", ergänzt Christina Deckarm. Dabei sei die Selbsthilfe ein Faktor. Und noch besser, sind sich alle einig, ist Prävention. Also vorbeugen. 
Gemäß dem Motto: "Weniger ist besser".
 


Text und Bild: Andrea Daum



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