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Stand: 05.10.2015

Pressemitteilung

Unterstützung für Menschen mit Demenz

Demenzvortrag von Birgit MaiSprach zum Thema Demenz: Buchautorin und Referentin Birgit Mai. Gabriele John-Neumann / Caritasverband Speyer

Veranstaltungsort war die ProSeniore Residenz Hohenburg in Homburg. Über 80 Personen kamen zu dem Vortrag mit der Demenzberaterin Birgit Mai, einige Stühle mussten beigestellt werden und das zu Recht. Die Zuhörer erlebten Birgit Mai als eine erfahrene Referentin, die zudem humorvoll  und bodenständig ist.

Zu Beginn stellte sie das Schweizer Modell der drei Demenzphasen vor: Orientierungslosigkeit, Ziellosigkeit, Schutzlosigkeit. Allem voran erläuterte sie  die Perspektive der Betroffenen. Besonders anschaulich war hierbei die reizarme Erlebniswelt eines bettlägerigen Menschen. Bettlägerige werden zur Dekubitusprophylaxe etwa alle zwei bis drei Stunden gedreht: erste Blickrichtung die weiße Decke, zweite Aussicht das Bettgestell links, dritte Aussicht das Bettgestell rechts…  Dem sollte Abhilfe geschaffen werden.

Birgit Mai hat dazu ein Buch geschrieben: Bett mit Aussicht. Abwechslung ist wichtig, denn alle Phasen haben etwas gemeinsam: sie können Angst machen. Betroffene werden unruhig und es ist schwer für die Angehörigen damit umzugehen. "Ist es da legitim, ruhigstellende Medikamente zu verabreichen?", so eine Frage aus dem Publikum. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, doch es ist für alle Beteiligten befriedigender, wenn andere Lösungen gefunden werden. Aber welche Möglichkeiten gibt es, um dementiell Erkrankten eine sinnvolle und befriedigende Aufgabe zu bieten? "Wir finden viele Möglichkeiten in der Biografie der Betroffenen", meint Frau Mai, "Jede persönliche Zuwendung, die sich an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert, gibt Lebensqualität" wie gemeinsames Singen, Berührungen, aber auch haptische Angebote. Eine Krankenschwester zum Beispiel konnte noch wunderbar Mullbinden aufwickeln, Jorg, der Handwerker, hat Lederschnüre am Bett, die er gerne und immer wieder bearbeitet. Die Kreativität der Betreuer ist ein wichtiger Bestandteil einer guten Demenzbegleitung.

Eine Zuhörerin stellte eine zentrale Frage: "Kann ich etwas tun, um einer Demenz vorzubeugen?" Die Antwort von Frau Mai: "Ja… mit Gehirnfutter". Gemeint sind nicht nur lebenslanges Lernen und Kreuzworträtsel, sondern sinnstiftendes Tun, Gemeinschaftserlebnisse, das Gefühl zu haben, wichtig zu sein und auch nach der Rente noch eine Aufgabe zu übernehmen, die Sinn und Spaß macht.

Für Angehörige ist es hilfreich, wenn sie sich rechtzeitig Unterstützung einholen.

Informationen hierzu erhalten sie zum Beispiel beim Pflegestützpunkt Saarpfalz (06841-104 7134), bei der PSP (Psychosoziale Projekte Saarpfalz, Tel. 06841-93430) und - wenn es um die letzte Lebensphase geht - beim Hospizdienst Saarpfalz (Tel. 06841-9728613).

Die nächsten Veranstaltungen des Hospizdienstes sind in der Kirche St. Josef in St. Ingbert am 28. Oktober 2018 um 18 Uhr (Benefizkonzert mit dem Landespolizeiorchester und dem Chor Canticum Novum) sowie am 17. Januar 2019 um 19 Uhr (Informationsabend zu dem Ehrenamtskurs Hospizbegleitung). 

Kontakt:
Ökumenischer Ambulanter Hospiz-
und Palliativberatungsdienst Saarpfalz
Mainzer Straße 6
66424 Homburg
Tel.: (0 68 41) 9 72 86 13
E-Mail: Ahpb-saarpfalz@caritas-speyer.de

Text und Foto: Gabriele John-Neumann

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