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Stand: 05.10.2015

Pressemitteilung

Tolle Kunst von wohnungslosen Künstlern

Im Hof des Treff em Gässje kommen der Landrat, der Oberbürgermeister, Caritas-Mitarbeiter und die Künstler zusammen. Lob und Anerkennung für die Künstler: (von links) Leiter Andreas Heinz vom Caritas-Zentrum Saarpfalz, Landrat Dr. Theofil Gallo vom Saarpfalz-Kreis und der Homburger Oberbürgermeister Hans Wagner vor den Künstlern und Mitarbeiterin im Hof des Treff em Gässje. Dieter Schmitt / Caritasverband Speyer

"Lebenswege - Kunst im Gässje" - Unter diesem Motto haben die Besucher der Wohnungslosen-Tagesstätte "Treff em Gässje" von Januar bis Mai diesen Jahres gemalt und getöpfert. Finanziert wurde das Ganze vom Bundesprogramm "Demokratie Leben" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Jetzt wurde das Caritas-Projekt in Zusammenarbeit mit ARTefix, der freien Kunstschule Saarpfalz, der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dabei waren Landrat Theofil Gallo und Oberbürgermeister Hans Wagner.

"Cooles Kunstwerk!", "tolle Sprüche", "witzige Tonfiguren" - von allen Seiten gab es nur Lob und Anerkennung der Gäste, die sich im Hinterhof vom "Treff em Gässje" eingefunden hatten. Die Künstlerinnen und Künstler der Boden-Graffiti und der Tonfiguren sind allesamt Besucher der Caritas-Einrichtung: Frauen und Männer, die sich in unsicheren Lebensverhältnissen befinden, in unzureichendem Wohnraum leben oder von Wohnungsnot bedroht oder betroffen sind. Viele von ihnen waren auch bei der Projektvorstellung dabei und waren sichtlich stolz auf die lobenden Worte, die auch von den Ehrengästen, Landrat Theofil Gallo und Oberbürgermeister Hans Wagner kamen. Beide erklärten nahezu unisono: "Das ist eine Spitzenleistung. Diese Kunst müssen sich noch viele andere anschauen."

Sogar der Boden des Hofs wurde mit Malerei gestaltet.  Sogar der Boden des Hofs wurde mit Malerei gestaltet. Dieter Schmitt / Caritasverband für die Diözese Speyer

Wer schon mal im Hinterhof war, erkennt diesen nun in der Tat fast nicht wieder. Das findet auch die Leiterin von ARTefix, Veronika Kiesel: "Das sah alles sehr grau und trist aus. Jetzt ist daraus ein farbenfroher Hinterhof geworden, in dem man sich gerne aufhält."

Besonders die Tonfiguren sehen lustig aus und regen zum Schmunzeln an. Man wird automatisch fröhlich. Entstanden sind diese Stimmungsaufheller im Töpferkurs von Monika Finsterer. In den Workshops der Keramikmeisterin legten die Besucher des "Treff em Gässje" im wahrsten Sinne des Wortes Hand an. Die Ton-Skulpturen sind allesamt in Handarbeit entstanden, in den Händen von Wohnungslosen und Hartz-IV-Empfängern. "Die meisten der täglichen Besucher haben hier eine Art Zuhause und das wollen und sollen sie sich schön gestalten",  sagt die Künstlerin. Ihre Kollegin Claudia Raudszus zeichnet für die Bodenmalerei verantwortlich. Ihr ging es in der Projektarbeit weniger um Schönheit und Anmut. Vielmehr standen Fragen im Vordergrund, wie "Was ist mir wichtig im Leben?" und "Was ist lebenswert?" Und so finden sich neben Blumen und einer übergroßen Lyoner auch politische Statements und Forderungen, die sich rund um die Themen soziale Gerechtigkeit, Recht auf Bildung und Protest gegen verkrustete Strukturen drehen. Nach den Worten von Zentrumsleiter Andreas Heinz haben die Besucher des "Treff em Gässje" das gesamte Projekt tatkräftig von Anfang an zu ihrer Sache gemacht. Motto: "Das hier ist unser Ding".

Das dürfte jeder spüren, der sich Graffiti und Skulpturen selbst anschauen will. Und dann auch ins Grübeln kommt, was da in unserer Mitte los ist und schief läuft. "Wohnungslosigkeit gibt es zunehmend auch in St. Ingbert. Das ist nicht mehr nur ein Problem des Einzelnen, sondern Gesellschaft."

Stichwort

Bei dem aktuellen Projekt konnten Menschen durch die Kooperation von Caritas und ARTefix ihr Talent und Geschick zum Ausdruck bringen. Die gute Zusammenarbeit soll weitergehen. Vereinbart ist bereits ein Theater-Workshop, bei dem es kurz vor Weihnachten um ein "Krippenspiel der anderen ART" gehen soll. Das Theaterstück soll im kommenden Jahr auch beim zweiten Saarpfälzischen Theatercocktail in Zusammenarbeit mit der Stiftung der KSK-Saarpfalz in Homburg im Saalbau gezeigt werden.

Info

Caritas-Zentrum Saarpfalz
Treff em Gässje
Kirchengasse
66386 St. Ingbert

Postanschrift:
Kaiserstraße 63
66386 St. Ingbert

Wer:

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06894 / 926322
E-Mail: Jennifer.Leidel@caritas-speyer.de  

Mathias Schappert
06894 / 926328
E-Mail: mathias.schappert@caritas-speyer.de

Text und Fotos: Dieter Schmitt für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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