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Stand: 07.12.2018

Pressemitteilung

„Mitmenschlichkeit steht im Mittelpunkt“

Eine Frau schaukelt mit fröhlichem Lachen. Zwei weitere Bilder zeigen jeweils einen grünen Garten und einen mit einem Mädchen bemalten weißen Kieselstein. Elisabeth Vogelgesang / Caritas-Zentrum Saarpfalz

"Es wird mir viel zu viel über Corona-Leugner und Menschen gesprochen, die notwendige Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht mittragen. Viel wichtiger ist es aus meiner Sicht über die Menschen zu sprechen, die die Corona-Krise bewältigen", sagt Andreas Heinz, Einrichtungsleiter des Caritas-Zentrum Saarpfalz. Das Caritas-Zentrum hat gemeinsam mit dem Dekanat Saarpfalz und Dekan Eric Kleinhingeschaut, hat zahlreiche Menschen zu diesem Thema befragt. Das Ergebnis zeigt: Trotz Corona steht der Mensch, steht die Mitmenschlichkeit im Mittelpunkt. Die Menschen sind zusammengerückt und achten aufeinander.

"Das ist ein sehr schönes Ergebnis", sagt Heinz. Die Corona-Krise bewältigen, anderen Menschen helfen gut durch die Krise zu kommen, "das passiert auf sehr vielfältige Weise", verweist Heinz auf die Ergebnisse einer Umfrage, die unter dem Titel "Markt der Möglichkeiten" gemeinsam vom Caritas-Zentrum Saarpfalz und dem Dekanat Saarpfalz gestartet worden war.

Zwölf Institutionen haben teilgenommen

Zwölf Institutionen im Saar-Pfalz-Kreis, in denen sich eine hohe Zahl an Menschen ehrenamtlich engagiert, haben sich an der Umfrage beteiligt. Die Umfrage hat gezeigt, "es wurde während des ersten Lockdowns unglaublich viel geleistet", bilanziert Heinz. Daraus lasse sich vieles ableiten, was jetzt im wohl zu erwartenden zweiten strengen Lockdown, erneut helfen kann, um die Krise zu bewältigen. "Wir können Ideen daraus ziehen, zugleich Kraft, weil auch in diesen schwierigen Zeiten deutlich wird, dass es sehr viele Menschen gibt, die bereit sind zu helfen, die anpacken und damit deutlich machen, dass wir eine große Gemeinschaft sind", sagt Heinz.

Das zeige die Befragung, bei der man bewusst Rückmeldungen von den Menschen bekommen wollte, die vor Ort auf vielfältige Weise ehrenamtliche Arbeit und Hilfe leisten. "Es ist wichtig zu erfahren, wie es denen geht, was aus ihrer Sicht im schwierigen Alltag gut läuft, was verbessert werden kann und  wo es Schwierigkeiten gibt", erklärt  Heinz.

"Den Menschen im Blick haben"

Die Ehrenamtlichen zu befragen, das war eine Idee, die das Caritas-Zentrum und das Dekanat Saarpfalz bereits 2019 umgesetzt hatten. Mit einer sogenannten open-space-Veranstaltung, bei der ungefiltert ankam, wie es den Menschen an der Basis geht, was sie bewegt. Leitthema war "Den Menschen im Blick" haben. "Wir hätten diese Veranstaltungsreihe in diesem Jahr natürlich gerne fortgesetzt. Das war bedingt durch die Corona-Pandemie nicht möglich", erläutert Heinz. So entstand die Idee der Umfrage, um auf diesem Wege wieder möglichst viele Menschen zu erreichen. Ziel war ein Austausch der Ideen und Erfahrungen, unterstreicht der Einrichtungsleiter. Die gab es in Hülle und Fülle. Verbunden mit der Erkenntnis, mit Blick auf den Saar-Pfalz-Kreis, "dass niemand allein gelassen wird, wenn es darum geht die Krise zu bewältigen.

Was Heinz umtreibt, dass zu viel über Menschen, die sich in der Krise verweigern gesprochen wird, jedoch zu wenig die guten Dinge auch öffentlich benannt werden. Das  ist ein Punkt, der in vielen Antworten gleichfalls zu lesen war: "Von guten Aktionen und Ideen erfährt man zu wenig. Die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich zu sehr auf das, was misslingt und diejenigen, die unsolidarisch sind". Dabei gibt es viel Gutes zu berichten, dass in diesen erneut schwierigen Zeiten wieder gefragt ist. Spontane Hilfsbereitschaft, etwas das Mut macht, Zuversicht gibt. "Gefragt sind Kreativität und gute Ideen, aber genau die gibt es und genau darüber gilt es verstärkt zu reden", betont Heinz.

Der menschliche Kontakt ist sehr wichtig

Der direkte menschliche Kontakt sei sehr wichtig, sagen die Befragten. Ihn zu ersetzen ist nicht möglich. Aber durch Gesten der Hilfsbereitschaft lassen sich Kontaktbeschränkungen in einem gewissen Maße kompensieren. Niemand muss sich allein gelassen fühlen. Das gelte auch für ältere Menschen, Menschen, die auf der Zielgerade ihres Lebens seien und diesen Weg nicht alleine gehen sollten.

Die Rückmeldungen, die die Ehrenamtlichen über die zwölf teilnehmenden Institutionen gegeben haben, zeigen ein buntes, vielfältiges Bild an Angeboten, die ein bisschen Freude in den Alltag der Menschen bringen sollten, ihnen konkrete Hilfsangebote unterbreiteten oder die digital das Zusammenkommen ersetzten und auf diese Weise das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkten.

Das reichte vom Verteilen von Gymnastikübungen, um nicht einzurosten, bis hin zum Einkaufsservice. Menschen wurden mit Masken versorgt, es gab digitale, gemeinsame Kaffeepausen. Postkarten und Telefongespräche sorgten dafür, dass sich niemand allein fühlen musste. Was auch oft genannt wurde, waren Kooperationen mit anderen Institutionen, Vereinen oder Firmen. Die Befragung zeigte auch, dass nicht jeder alles machen muss. Vernetzung bleibt auch in Zeiten der Corona-Pandemie wichtig.

Die Ergebnisse der Umfrage sind als Download veröffentlicht auf www.caritas-zentrum-saarpfalz.de 

unter dem Titel Umfrage "Markt der Möglichkeiten" und unter Rückmeldungen zur Umfrage.

Text: Andrea Daum für den Caritasverband für die Diözese Speyer/ Text: Elisabeth Vogelgesang / Caritas-Zentrum Saarpfalz



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